Blaubeuren ist ein beschauliches Städtchen im Alb-Donau-Kreis. Zuletzt war ich mit der Schule dort, es ist also schon eine Weile her, aber ich erinnerte mich noch gut an den Blautopf mit seiner namensgebenden Farbe. Wer türkis erscheinendes Wasser sehen möchte, muss dazu nämlich nicht bis in die Südsee fliegen, eine Bahnfahrt ins Schwabenland reicht völlig.

Die Altstadt und das Kloster Blaubeuren

Der Weg zum Blautopf und zum Kloster – der zweiten Sehenswürdigkeit vor Ort – ist gut ausgeschildert und leicht zu finden. Zunächst geht es eine unscheinbare Straße entlang in Richtung zur kleinen, idyllischen Altstadt, die auf einem Rundgang erkundet werden kann. Dieser beansprucht selbst in gemütlichem Tempo wenig Zeit, schätzungsweise eine viertel bis halbe Stunde (ich habe allerdings nicht auf die Uhr geschaut).

Der kleine Erkundungsspaziergang führt auch zum Kloster Blaubeuren, das einst von Benediktinermönchen gegründet wurde. Im Zuge der Reformation wurde es in ein evangelisches Seminar umgewandelt, das bis heute besteht. Daher hört man bei einer Besichtigung mitunter auch die Schritte und Stimmen der Internatsschüler, die das altehrwürdige Gemäuer mit Leben füllen. Einige Bereiche sind dennoch innerhalb der saisonal wechselnden Öffnungszeiten gegen einen kleinen Obolus für Besucher zugänglich, unter anderem der Chorraum mit Hochaltar, der Kreuzgang und der Klostergarten, in dem im Frühjahr wieder verschiedenste Heilkräuter erblühen werden. Bei meinem winterlichen Ausflug dorthin war davon leider noch nichts zu sehen, aber vielleicht komme ich im Sommer noch mal wieder.

Der Blautopf

Von dort aus sind es dann nur noch wenige Schritte bis zum eigentlichen Grund meines Ausflugs nach Blaubeuren. Ich muss gestehen, dass ich den Blautopf etwas größer in Erinnerung hatte, aber ich war damals ja auch noch kleiner, die Größenrelation zwischen Claudia und Karstquelle hat sich also etwas verschoben ;-). Außerdem heißt es ja auch Blautopf und nicht etwa Blaukessel und schon gar nicht Blausee.

Ehe man zur eigentlichen Quelle gelangt, führt der Weg am Abflussbecken vorbei, das noch eher unscheinbar daherkommt. Nur ein paar Schritte weiter zeigt sich dann aber die besondere Lichtstreuung, die dem Blautopf seine besondere Farbe und damit auch seinen Namen gibt. Je nachdem, wie das Licht auf die Wasseroberfläche trifft und wie großzügig sich die Sonne mit ihren Strahlen zeigt, kann der blaue Schimmer heller oder dunkler, intensiver oder schwächer ausfallen. Sehenswert ist das Naturschauspiel auf jeden Fall.

Am Rand eines kleinen Rundwegs stehen mehrere Bänke, die dazu einladen, eine Weile innezuhalten und das Farbenspiel auf sich wirken zu lassen. Für mich hat es etwas Magisches. Kein Wunder, dass ich um dieses Gewässer Sagen und Legenden ranken. Zu den bekanntesten gehört die Geschichte der schönen Lau, einer Wassernixe, die hierher verbannt worden sein soll, da sie aufgrund ihrer niemals endenden Traurigkeit nur tote Kinder gebar. Erst als sie in Blaubeuren das Lachen lernte, konnte der Fluch gebrochen werden. Sogar ein Tatort wurde hier gedreht: „Bienzle und die schöne Lau„.

Bei meinem Besuch am Blautopf war es warm genug, um eine Weile in der Sonne zu sitzen. Dennoch war es angenehm ruhig, denn die meisten Besucher kommen eher in den Frühlings- und Sommermonaten. Dann ist es hier in Blaubeuren sicher lebhafter. Ich war Mitte Februar an einem Montag dort und konnte somit alles in Ruhe genießen. Viele gastronomische Betriebe hatten zwar geschlossen und auch die historische Hammerschmiede und das Badehaus der Mönche hatten noch keine Saison, dafür hatte ich aber die Auswahl zwischen mehreren freien Bänken, um es mir gemütlich zu machen und meinen Proviant zu verspeisen. Den Platz habe ich übrigens mehrfach gewechselt, denn aus jedem Blickwinkel sieht das Wasser ein wenig anders aus. Auf den Fotos lässt sich das leider nur zum Teil einfangen, vor Ort sieht der Blautopf noch viel zauberhafter aus.

Schade eigentlich, dass ich so lange nicht mehr dort gewesen bin, zumal ich von Albstadt aus gut mit der Bahn nach Blaubeuren komme. Ich vermute sehr, es wird nicht der letzte Besuch gewesen sein.

(Alle Verlinkungen erfolgen ohne Gegenleistung und zu informativen Zwecken.)

0 Kommentare

Kommentieren

Name und Website sind optional, Du kannst auch anonym kommentieren.
Die Kommentare werden moderiert und erst nach Prüfung freigeschaltet. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.

Datenschutzhinweise

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmst Du der dauerhaften Speicherung und Veröffentlichung der eingegebenen Daten zu. Du kannst dieses Einverständnis jederzeit per E-Mail widerrufen und von Deinem Recht auf Löschung Deiner personenbezogenen Daten Gebrauch machen. Nicht veröffentliche Kommentare werden innerhalb von 7 Tagen vollständig gelöscht. Deine IP-Adresse wird nicht gespeichert. Weitere Infos findest Du in der Datenschutzerklärung.

Bitte wundere Dich nicht, dass Du Deinen Kommentar nicht siehst. Er ist zu 99 Prozent sicher in der Warteschleife angekommen und wird so bald wie möglich geprüft.