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Zu jedem Ausflug und jeder Reise gehört es, dem eigenen Zuhause für eine bestimmte Zeit den Rücken zu kehren. Dennoch spielt der Ort, an dem wir leben, bei Reiseberichten meist keine Rolle. Er wird nicht als Teil der Reise wahrgenommen. Bei mir ist das anders. Mein Heim ist Ausgangspunkt und Endziel zugleich. Der Aufbruch und das Wiederankommen sind für mich fast genauso wichtig wie das Unterwegssein. Daher beginne ich diesen Blog auch nicht mit einem der Orte, zu denen es mich hinzieht, sondern mit dem, wo jeder kurze oder lange Trip endet: Meiner Heimatstadt

Albstadt auf der schwäbischen Alb

Dort bin ich geboren und aufgewachsen. Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich dort verbracht, durchbrochen von einigen Ausflügen in verschiedene deutsche Großstädte. Aber ich bin ruhiger geworden und weiß die Beschaulichkeit einer mittelgroßen Stadt viel mehr zu schätzen als früher. Da wollte ich wie so viele nur noch weg, irgendwo hin, wo es mehr Leben gibt, mehr Trubel, mehr Möglichkeiten. Inzwischen fühle ich mir hier aber richtig wohl, auch wenn ich im Herzen nie eine Schwäbin war und wohl auch keine mehr werde.

Neun Stadtteile ergeben eine Stadt

Diese sind teils noch mal in verschiedene Ortsteile oder Wohngebiete unterteilt. Daher wirkt Albstadt auf mich eher wie eine Ansammlung von Dörfern als wie eine zusammenhängende Stadt. Das hat durchaus seinen Charme, insbesondere da man ganz wunderbare Spaziergänge von einem Stadtteil zum anderen machen kann, ohne dabei die Straße entlang laufen zu müssen. Dazwischen liegt jede Menge Grün: Wiesen und Wälder, durchzogen von Wanderwegen, manche befestigt und komfortabel, andere etwas anspruchsvoller. Unsere Premium-Wanderwege, die Traufgänge, gehen zum Beispiel für meinen Geschmack oft etwas zu nahe am Abgrund entlang. Da bin ich feige, ich habe lieber einen schönen, sicheren Weg ohne Absturzgefahr. Davon gibt es hier zum Glück auch mehr als genug.

Ich lebe in einem der ruhigeren und höher gelegenen Ortsteilen. Manchmal schneit es bei uns, wenn es unten im Tal noch regnet. Ganz selten kann ich den Wechsel sogar bei einer Busfahrt beobachten. Mit dem Bus bin ich hier viel unterwegs, vor allem unter der Woche tagsüber ist das kein Problem. Nur in den Abendstunden und am Wochenende wird es mit den Verbindungen eher mau. Das stört mich selten, außer ich möchte mal einen Kinofilm sehen, der nicht im Mittagsprogramm läuft. Aber ich bin ja gut zu Fuß, also auch kein allzu großes Problem, solange es nicht gerade stürmt oder in Strömen regnet.

Das folgende Bild ist nur wenige Gehminuten von meiner Haustür entfernt entstanden:

Übrigens mache ich meine Fotos generell nur mit der Kamera meines Smartphones und bearbeite sie auch selten und wenn dann nur sehr geringfügig nach. Das wird sich auch mit diesem Blog nicht ändern, denn in erster Linie betreibe ich ihn zu meinem Vergnügen. Ich bin kein Profi, weder was das Reisen noch was die Bildgestaltung angeht, und das möchte ich auch gar nicht sein. Bei gibt es keine auf Hochglanz polierten Fotos mit perfekter Ausleuchtung, Einstellung oder was auch immer, sondern Schnappschüsse, die ganz spontan unterwegs entstehen. Alles andere überlasse ich den professionellen Reisebloggern ;-).

Albstadt-Ebingen: Das Zentrum

Ebingen ist der größte und zugleich auch wichtigste Stadtteil von Albstadt, auch wenn das die Einwohner der anderen Teile meist nicht so gerne hören. Hier finden die meisten Veranstaltungen statt, es gibt die meisten Läden, Cafés und Restaurants und ein Kino, vor allem aber den Bahnhof, von dem aus es unter anderem Direktverbindungen nach Tübingen und Stuttgart gibt. Nur das Thalia Theater, das zwar kein festes Ensemble hat, aber häufig von tourenden Gruppen bespielt wird, steht bei uns in Tailfingen.

Einer meiner liebsten Plätze ist der kleine Innenhof auf dem nächsten Bild. Wenn da im Frühjahr oder Sommer wieder das Wasser im Brunnen plätschert, könnte ich dort stundenlang auf einer Bank sitzen und lesen.

Von dort aus sind es nur wenige Minuten zu Fuß zur Fußgängerzone und dem dort gelegenen Rathaus. Ich schlendere dort auch gerne entlang, wenn ich keines der Geschäfte aufsuchen möchte. So ein Stadtspaziergang ist ab und an wirklich schön. Der mit Stofffetzen geschmückte Baum wurde übrigens von der örtlichen Narrenzunft aufgestellt. Bei uns feiert man nämlich Fasnet, oder besser gesagt andere tun das, für mich ist es eher nichts ;-).

Von dort aus sind es dann nur noch ein paar Meter bis zum Bürgerturm, den Du auf dem nächsten Bild siehst. Der Platz davor ist vor allem im Sommer sehr beliebt, die Bänke sind dann fast immer belegt und die Wasserfontänen kommen vor allem bei Kindern gut an.

Meine liebsten Skulpturen in Albstadt

Eine Kunstkennerin bin ich zwar nicht, interessante Kunstwerke schaue ich mir trotzdem gerne an. In meiner Heimatstadt haben es mir drei Skulpturen besonders angetan.

Die erste steht vor der Technologiewerkstatt, trägt den Namen „Technologismus“ und wurde vom Tailfinger Künstler Bernd Zimmermann geschaffen. Ich kann nicht mal genau sagen, warum sie mich so fasziniert, aber ich könnte sie mir minutenlang anschauen. Was der Künstler damit ausdrücken wollte, kannst Du in einem Artikel des Schwarzwälder Boten anlässlich der Enthüllung nachlesen.

Die beiden anderen Skulpturen stehen in Ebingen, gar nicht weit voneinander entfernt. Der „Zeitungsleser“ von Ernst-Reinhart Böhlig sitzt zu jeder Jahreszeit in der Fußgängerzone, nur mit einem Anzug bekleidet, den Hut neben sich auf der Bank abgelegt. Ab und an hat im Winter jemand mal Mitleid mit ihm und schenkt ihm einen Schal, was mich jedes Mal zum Schmunzeln springt. Der Name passt aber nicht so recht zu ihm, finde ich, denn er liest nicht in der Zeitung, er schaut mit müden Augen über sie hinweg. Ist er nur erschöpft oder hat er vielleicht Kummer? Oft frage ich mich, was ihn wohl beschäftigt, während  ich neben ihm sitze und ihm etwas Gesellschaft leiste. 

 

Vom selben Künstler stammen auch die lieben Xingles. Sie wurden damals, bei ihrer Errichtung, nicht von allen Albstädtern mit offenen Armen empfangen. Ich mochte sie aber von Anfang an, denn sie sind bunt, lustig, fröhlich und zaubern mir immer ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich sie sehe. 

Ich komme gerne nach Hause zurück

Immerhin hat auch meine Heimatstadt einige wirklich tolle Ecken zu bieten. Irgendwie reise ich ja auch dorthin, nur eben auf der Rückreise ;-). 

Alle Verlinkungen erfolgen ohne Gegenleistung und zu informativen Zwecken.

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