Bei „Chamy Travels“ gibt es eine interessante Blogparade zum Thema „Low Budget Reisen“. Der Zeitpunkt könnte nicht passender sein, denn ich habe mich erst kürzlich damit beschäftigt, was ich auf Reisen wirklich brauche, wobei mich vor allem die Frage nach der passenden Unterkunft beschäftigte. Muss es immer ein schickes Hotel sein? Für mich nicht, auch wenn ich in den letzten Jahren recht viel Geld für meine Übernachtungen ausgegeben habe. Dann dachte ich aber zurück an die Zeiten, in denen ich mir meist ein Einzelzimmer in einer guten Jugendherberge buchte und damit völlig zufrieden war. Dahin möchte ich zurück, ohne dabei den Blick fürs Besondere zu verlieren. Ausführlicher kannst Du das in meinem Artikel „Wie viel Luxus brauche ich auf Reisen?“ nachlesen. Hier soll es nun um die verschiedensten Aspekte des günstigen Reisens gehen.

Hauptsache billig oder Luxus pur?

Für mich gilt: weder noch. An allen Ecken und Enden zu sparen, würde mich eher stressen, als dass es zu einem gelungenen Urlaub beiträgt. Dennoch möchte ich auch nicht unnötig viel Geld für Dinge ausgeben, die mir nicht wichtig sind und nichts oder nur sehr wenig zu einer besseren Erholung beitragen. Ich reise inzwischen lieber häufiger und dafür günstiger, als über Monate hinweg auf eine kostspielige Reise zu sparen. Es ist letztendlich immer eine Abwägungssache: Was ist mir wie viel wert? Was brauche ich und worauf kann ich verzichten, ohne etwas zu vermissen?

Die Unterkunft: Ein ansprechendes Gebäude, ein Bett und eine Tür, die ich hinter mir schließen kann

In einem richtigen Luxustempel käme ich mir deplatziert vor und würde mich unwohl fühlen, da ich bodenständiges Mädchen vom Lande in fremder Umgebung immer unsicher bin, wie ich mich zu verhalten habe, um möglichst nicht negativ aufzufallen. Zu viel Service ist mir eher unangenehm. Bietet ein Hotel die Möglichkeit, die Zimmerreinigung abzubestellen, nutze ich sie. Ich brauche nicht jeden Abend ein frisch gemachtes Bett, Wellness-Bereiche ignoriere ich und wenn kein Fernseher da ist, weiß ich mich in den ruhigen Abendstunden auch anders zu beschäftigen.

Ein eigenes Zimmer brauche ich aber unbedingt. Ein Bett in einem Hostel-Schlafsaal kommt für mich nicht infrage, ich muss die Tür hinter mir schließen und den Rest der Welt aussperren können (zumindest optisch, dass man von den anderen Gästen etwas hört, lässt sich ja nicht vermeiden). Das Zimmer an sich darf schlicht sein, dann muss mich aber das Gebäude begeistern, so wie es zum Beispiel bei Jugendherbergen in Burgen, Schlössern und anderen historischen Bauten der Fall ist. Wenn die Lage wirklich toll ist, mache ich auch ein paar Abstriche beim Haus, aber nur dann. Liegt die Unterkunft außerhalb und ist vielleicht sogar schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, muss sie wirklich etwas Besonderes sein. Ansonsten bevorzuge ich kurze Wege.

Die An- und Abreise: Am liebsten mit der Bahn in der 1. Klasse

Da ich meistens lange Zeit im Voraus plane und buche, ergattere ich meist einen günstigen Sparpreis. Der Preisunterschied zwischen den beiden Wagenklassen beträgt dabei oft nur 20 Euro, manchmal sogar weniger. Berechnet man dann noch mit ein, dass die Reservierung in der 1. Klasse inklusive ist, in der 2. aber extra kostet, bleibt nur noch eine kleine Differenz, die ich gerne zahle, schon allein, weil ich so fast immer einen Einzelsitz buchen kann.

Außerdem ist es meistens deutlich ruhiger, zumal ich darauf achte, einen Sitzplatz im Ruhebereich zu wählen. Vor allem nach längeren Strecken komme ich in der 1. Klasse deutlich entspannter an, daher gebe ich dafür gerne etwas mehr Geld aus. Bin ich nur mit Regionalzügen unterwegs, verzichte ich inzwischen darauf. Früher habe ich auch hier gerne ein paar Euro mehr ausgegeben, da ich so auch zu belebten Zeiten immer einen Platz bekam, in vielen Regionalbahnen wurde der 1.-Klasse-Bereich aber deutlich verkleinert und bietet nur noch acht Plätze, verteilt auf zwei Vierer-Tische. Dadurch hat sich dieser Vorteil erledigt, sodass sich der Aufpreis nicht mehr lohnt.

Die Verpflegung: Flexibel genießen

Ich habe gerne etwas Nahrhaftes in der Tasche, in erster Linie Dinge, die nicht schnell verderben wie eine Nussmischung, Studentenfutter, Vollkorncracker oder Knäckebrot-Sandwiches. Auch mindestens eine meiner Wasserflaschen habe ich immer dabei, manchmal auch beide. Eine fasst 0,6 und die andere 1,5 Liter, sodass ich mir unterwegs nichts kaufen muss. Das mache ich aber weniger, weil ich damit sparen möchte, sondern weil ich dadurch nicht in die unangenehme Situation komme, erst den nächsten Supermarkt finden zu müssen, wenn mein Magen knurrt oder meine Kehle trocken ist.

Ich nehme immer so viel mit, dass ich theoretisch gut durch den Tag kommen kann. Verderbliche Lebensmittel beschränke ich dabei auf ein Minimum, das ich auf jeden Fall verzehre, selbst wenn mich Restaurants und Cafés locken. Dadurch komme ich nicht in die Situation, essen gehen zu müssen, um den Hunger zu stillen, obwohl mich die Lokale nicht ansprechen und ich keinen Appetit auf die Speisen auf der Karte habe. Wenn ich mich für ein Restaurant oder Café entscheide, dann immer aus Lust und Laune und nicht aus einer Notwendigkeit heraus.

Eintritte und Co.: Da achte ich weniger aufs Geld

Wenn ich Lust habe, eine Burg zu besichtigen oder ein Museum zu besuchen, lasse ich mir das schon etwas kosten. Ich zahle den normalen Eintritt, weil ich keine Lust habe, erst Stunden nach Sparangeboten zu suchen. Gehe ich ins Theater oder Musical, gönne ich mir gute Plätze. Es muss nicht immer die beste Preiskategorie sein, aber ich sitze auch nicht in der letzten Reihe hinter einem Pfosten, um Geld zu sparen. Die Erlebnisse vor Ort sind also der Teil der Reise, bei dem ich insgesamt am wenigsten spare.

Zwei Spartipps für Reisende:

Preisvergleich bei Bahnfahrten: Wenn Du erst mit dem Regionalzug zum nächsten Fernbahnhof fahren musst, ist es manchmal günstiger, beide Strecken getrennt zu buchen. Das liegt daran, dass es auch Sparpreise gibt, die nur für den reinen Fernverkehr gelten. Diese werden nicht angezeigt, wenn man als Abfahrtsort oder Ziel einen Regionalbahnhof angibt. Aber Achtung: Ist die Strecke zum Fernbahnhof auf dem Ticket eingetragen, wird der Sparpreis auch dann aufgehoben, wenn der Regionalzug Verspätung hat und man dadurch den Fernzug verpasst. Bei getrennten Tickets ist das nicht der Fall, siehe https://community.bahn.de/questions/1214049-sparpreis-regionalbahn-zubringer-verspatet-zugbindung

Buchungsportal vs. Direktbuchung: Wenn Du über ein Buchungsportal ein passendes Hotel gefunden hast, lohnt es sich oft, auf dessen Website vorbeizuschauen. In vielen Fällen ist die Direktbuchung nämlich günstiger oder es gibt ein paar Extras. Bei meinen bisherigen Hotelbuchungen im Inland war das sogar fast immer der Fall.

Ich nutze also Sparmöglichkeiten, wenn es sich anbietet. Allerdings möchte ich nicht bei allen Belangen des Reisens nur aufs Geld schauen. Es gibt gewisse Dinge, die ich mir gerne gönne und auf die ich nicht verzichten will. Letztendlich wäge ich ab: Was ist mir wichtig, was ist mir wie viel wert? Davon ausgehend entscheide ich, wie ich meine Reise plane. 

(Alle Verlinkungen erfolgen ohne Gegenleistung und zu informativen Zwecken)

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