Morgens schläft mein Gehirn, selbst wenn der Körper wach ist. Vor Sonnenaufgang kann ich froh sein, dass wir uns nicht in einer Zombieapokalypse befinden, denn ich könnte leicht mit einem Untoten verwechselt werden, so verpeilt wie ich zu dieser Zeit durch die Gegend wandle.

Wenn ich verreise, kommt es schon mal vor, dass ich vor meiner eigentlichen Wachwerdzeit aufstehe. Meistens ist das kein Problem, ich kenne mich und bereite alles so vor, dass ich selbst im Halbschlaf nichts vergesse, zumindest nichts Wichtiges. Läuft alles nach Plan, klappt das wunderbar. Aber was wäre das Leben, wenn es nicht mit unerwarteten Überraschungen aufwarten würde, so wie im Dezember bei meiner Reise in den Europa-Park.

Ein Blick in meinen Kopf, wenn das Hirn noch schläft:

Wir schreiben 6:17 Uhr, der Wecker klingelt. Routinemäßig Griff zum Handy. Schreck: Waaaaaaaaas, Bahnstreik? Mal wieder nix mitbekommen von der Welt. Alternative suchen. Ahhh, 6:58, das schaff ich! Aufspringen, fast zeitgleich anziehen und Zähne putzen, geduscht hab ich abends, Katzenwäsche reicht. Ich schaff’s, ich schaff’s, ich schaff’s! Rasch aus dem Haus, im doppelten Tempo los zur Bushaltestelle, schnell, schnell, den kriegst du … Auf den letzten Metern dämmert es mir: Es ist niemals möglich, den Zug um 6:58 Uhr zu bekommen, wenn man auf den Bus um 6:57 Uhr rennt. Und um die nächste Verbindung zu kriegen, hätte ich auch ne Stunde später aufbrechen können.

Manchmal finde ich mich ziemlich lustig

Zum Beispiel, wenn mir so etwas passiert. Dann lache ich über mich und erzähle anderen von meiner Verpeiltheit, damit sie mit mir lachen können. Ist doch schön, wenn ich so wenigstens zur Erheiterung beitragen kann.

Natürlich habe ich das Beste aus der Situation gemacht und die lange Wartezeit für ein ausgiebiges Frühstück genutzt. Das schmeckt im Bäckereicafé ohnehin besser als im ICE, der leider nicht fuhr.

Der Rest der Reise verlief dann ereignislos. Zwar stand an der Anzeige am Bahnhof der Betrieb sei in Baden-Württemberg vollständig eingestellt, meine Züge kamen aber trotzdem und wider Erwarten waren sie nicht einmal überfüllt, sondern unerwartet leer. Vermutlich, weil außer mir so ziemlich jeder vorher wusste, dass die Bahn streikt und sich daher nach Alternativen umgesehen hat.

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